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Siegener Zeitung 24.11.2011: Stadtentwicklung Hilchenbach - Wegweiser verzweifelt gesucht
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Von Andre Jung
Veröffentlicht am 24-11-2011
 
js Hilchenbach. Eine gemeinsame Sitzung von Bau- und Stadtentwicklungsausschuss sollte Klarheit bringen. Am Ende aber gab es zwei konträre Beschlüsse.  Dieses Experiment ist gescheitert: Erstmals trafen am Mittwoch der Stadtentwicklungsausschuss und der Bauausschuss im Hilchenbacher Ratssaal zusammen, um über für beide relevante Themen zu beraten.

Am Ende sprach Gerhard Lattek (SPD) als Vorsitzender des ersten Gremiums Tacheles: "Einmal und nie wieder!" Haus Hüttenhain: Denkmalschutz bleibt Dabei war die Sitzung bis kurz vor dem Finale eigentlich ganz beschaulich abgelaufen. Die Verwaltung hatte die Kommunalpolitiker bewusst in großer Runde zusammengetrommelt, um einen Wegweiser für die Innenstadtentwicklung zu bekommen. Zwei wesentliche Punkte brachten Baudezernent Michael Kleber und Tiefbauamtsleiter Michael Schwenke in die Überlegungen ein: Zum einen steht die seit einigen Jahren angekündigte Gewässeröffnung des Hilchenbachs (von der Verwaltung beharrlich als Langenfelder Bach bezeichnet) zwischen Rothenberger Straße und B 508 an. Zum anderen steht nun fest, dass das Haus Hüttenhain ein Baudenkmal bleiben wird - das Verwaltungsgericht Arnsberg hält die vom Eigentümer beantragte Berufung für nicht zulässig.

 

Alternativplanungen

 

Die im Rathaus favorisierten Pläne für das brach liegende Areal Ruinener Weg/Dammstraße rücken nun in unerreichbare Ferne. Eigentlich hätte sich die Verwaltung an dieser Stelle die Ansiedlung eines Discounters gewünscht. Für einen solchen reicht der Platz aber wegen des festgezurrten Denkmalschutzes keinesfalls aus. Daher legten Kleber und Schwenke gestern Alternativplanungen für das Gelände vor.

 

Gewässeröffnung mit oder ohne Bebauung

 

Tiefbauer Michael Schwenke präsentierte drei Varianten der Gewässeröffnung. In allen drei Fällen wird in einem ersten Abschnitt das Freilegen des Hilchenbachs im Bereich Rathaus/Gerichtswiese vorgesehen. Der Bach soll frei zugängig und erlebbar werden - und das schon im kommenden Jahr. Für den zweiten Abschnitt, zwischen Dammstraße und B 508, legte Schwenke drei Optionen vor, von einer Sparversion mit wenig Platzverbrauch bis hin zu einer verspielten, attraktiven und flächenintensiven Bachverlegung, die keinen Parkplatz mehr übrig ließe. Jede dieser Varianten ist laut Michael Schwenke förderfähig - lediglich 10 bis 20 Prozent der Kosten würden bei der Stadt hängen bleiben. Michael Kleber setzte dem zwei Visionen für das Areal entgegen: Beiden sehen zwar eine Gewässeröffnung vor, erhalten aber zudem die Möglichkeit einer Bebauung - wenn auch nicht in Supermarkt-Dimension -, die eine Brücke zum Gebiet jenseits der B 508 schlagen könnte, in dem sich demnächst tatsächlich ein Discounter ansiedeln könnte. Wie berichtet, hat der Kreis Siegen-Wittgenstein eine entsprechenden Bauvoranfrage für das USH-Gelände positiv beschieden. 

 

Protokollarisches Chaos

 

Dass in einer Ausschusssitzung Entscheidungen mit gewisser Tragkraft für Diskussionen sorgen, ist nichts Neues. Dass aber auch das Aufeinanderprallen zweier Gremien einem Pulverfass gleichen kann, wurde am Mittwoch deutlich. Während die einen noch über die Notwendigkeit von Parkplätzen und die Wichtigkeit von Autos für eine Innenstadtbelebung stritten, echauffierten sich die anderen bereits über das protokollarische Chaos, das bei den aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten vermengten und irritierenden Beschlussempfehlungen entstand. Wer hatte über welchen Punkt zu befinden? Und durfte Christiane Natusch (Grüne) als Einzige im Saal gleich bei beiden Ausschüssen abstimmen? Das Ende vom Lied: Die Verwaltung bekam zwei konträre Beschlüsse. Der Stadtentwicklungsausschuss sprach sich mehrheitlich für die größtmögliche Gewässeröffnung aus. Sollte eines Tages jemand in eine Bebauung auf dem Areal investieren wollen, müsse ein neues Konzept erarbeitet werden. Der Bauausschuss hingegen stimmte mit breiter Mehrheit für eine minimale Öffnung des Bachs, eine Option auf eine bauliche Entwicklung inklusive. Übrigens: Nein, Christiane Natusch durfte nicht...