Seit drei Jahren nun schon bemüht sich die Südwestfalen-Agentur – an der die fünf Kreise Siegen-Wittgenstein, Olpe, Hochsauerland, Soest und Märkischer Kreis sowie seit kurzem auch der Verein Wirtschaft für Südwestfalen beteiligt sind – darum, die fiktive Region Südwestfalen greifbar zu machen und sie mit dem Abgreifen von Fördergeldern zu stärken. Rund 1,5 Millionen Menschen leben in den fünf Kreisen Südwestfalens, wie Glaser ausführte, „Tendenz deutlich fallend“.

Insgesamt 59 Städte und Gemeinden werden von der Agentur mit Sitz in Olpe betreut. „Früher wurde hier das Kirchturmdenken gepflegt, und man ist gut damit gefahren“, erläuterte Glaser. „Heute aber braucht man schon eine gewisse Größe, um wahrgenommen zu werden.“ Um also in Fördertöpfe greifen zu dürfen, müsse die Region zusammenarbeiten. Es gebe viele Töpfe dieser Art, ob von Land, Bund oder EU gefüllt. Das Regionale Konzept, das es bislang allein in Nordrhein-Westfalen gebe, ermögliche es den Akteuren, bei den Warteschlangen der Förderprogramme zu überholen. Dafür müssten aber konkrete Projekte definiert werden, die mehr als nur lokale Bedeutung hätten. 133 solcher Projektvorschläge liegen inzwischen vor. „Da kommen auch so gut wie keine mehr zu“, erläuterte Glaser.

Die Hälfte dieser Projekte hat es nicht geschafft, 60 aber sind bereits in den Prozess eingestiegen und haben mindestens einen Stern erhalten. Für den zweiten Stern muss das jeweilige Projekt schon weiter ausgereift und somit „realisierungsfähig“ sein. Den dritten Stern bekommen die Projekte, die tatsächlich umgesetzt werden, wie z. B. das städtebauliche Großprojekt „Siegen zu neuen Ufern“. Sieben Projekte haben bereits dieses ultimative grüne Licht bekommen, die ersten Bagger rollen dieser Tage in Meschede und Altena an. Die Stadt Hilchenbach ist mit drei Projekten an der Regionale 2013 beteiligt. Sie spielt als „Nebendarstellerin“ bei den beiden Zwei-Sterne-Projekten „Bürger machen Dorf“ (Dorfgemeinschaftshaus Lützel) und „Industriekultur in Südwestfalen“ (Grube Stahlberg Müsen) mit. Die „Hauptrolle“ nimmt die Stadt aber in einem bislang mit einem Stern ausgezeichneten Projektvorschlag ein – beim „Kulturellen Marktplatz Dahlbruch“.

Wie berichtet, geht es bei diesem Projekt um die Aufwertung des kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Zentrums rund um den Bernhard-Weiss-Platz. Dort ist bereits einiges an Infrastruktur vorhanden – ein Kino, ein Theater, ein Hallenbad, ein Jugendtreff, ein Restaurant und eine Sporthalle. Um dieses Angebot aber nachhaltig zu sichern, besteht in Dahlbruch Handlungsbedarf. „Ich war richtig erschrocken, als ich die Kulisse sah“, erinnerte sich Dirk Glaser an einen Besuch in Dahlbruch, der bei einer Bereisung anstand, die noch vor der Fassadensanierung durchgeführt wurde. „Es wurde schnell klar: Hier muss etwas passieren!“ Um den „Kulturellen Marktplatz“, an dessen Konzept in den vergangenen Monaten massiv gearbeitet worden ist, finanzieren zu können, klopfe man die beiden Regionale-Sparten Städtebau und Landleben auf Fördermittel ab. „Hilchenbach ist sehr aktiv und mit viel Engagement dabei“, grinste Glaser. „Das freut uns!“

Der Rat signalisierte seine Unterstützung in Form eines einstimmigen Votums für die Fortführung des Projekts, auch wenn die finanziellen Auswirkungen auf die Stadt noch vollkommen offen sind. An der Kommunalaufsicht sei bislang noch kein Projekt gescheitert, meinte Dirk Glaser mit Blick auf eine Frage von André Jung (CDU). Dieser machte sich Sorgen um die Eigenbeteiligung, die im erhofften Fall eines dritten Sterns auf die Nothaushaltstadt Hilchenbach zukommen würde. „Alle Beteiligten bemühen sich, vernünftige Lösungen zu finden.“ Eine 100-prozentige Förderung sei aber niemals das Ziel. Tim Bernshausen (SPD) hob den starken Rückhalt des Projekts in der Dahlbrucher Bevölkerung hervor, seine Parteifreundin Barbara Roth äußerte ihren Stolz über das, was sich bereits jetzt rund um den Platz abspiele. Dr. Peter Neuhaus (Grüne) lobte die „engagierte Gruppe in der Verwaltung“, die sich für das Projekt einsetze.